Lagerkonzept vs. Standort4 Faktoren, die in der Lagerlogistik mehr zählen als der Standort

Die Standortfrage dominiert viele Diskussionen rund um Logistik und Lagerhaltung. Gute Anbindung, kurze Wege, zentrale Lage – zweifellos wichtige Kriterien. Doch bei aller Relevanz: der beste Standort verliert an Wirkung, wenn das Lager selbst nicht funktioniert. Denn Effizienz entsteht nicht durch Koordinaten, sondern durch Struktur. Wie das Lager organisiert ist, wie Waren bewegt werden, wie Technik und Mensch zusammenspielen – all das entscheidet darüber, ob der Standort überhaupt sein Potenzial entfalten kann.

Wie stark das eigentliche Lagerkonzept die Leistungsfähigkeit beeinflusst, zeigt sich erst bei genauerem Hinsehen – und genau dort setzt dieser Beitrag an.

1. Warum Fläche allein nichts löst

Lagerkapazität wird häufig in Quadratmetern bemessen. Doch entscheidend ist nicht, wie viel Fläche vorhanden ist – sondern wie sie genutzt wird. Ein schlecht geplantes Lager kann auf 10.000 m² weniger leisten als ein gut organisiertes auf der Hälfte.

Typische Schwachstellen:

  • zu lange Wege zwischen Wareneingang und Kommissionierung
  • doppelte Bewegungen durch unklare Lagerzonen
  • Engpässe an Schnittstellen (z. B. Packstationen, Torbereiche)
  • fehlende Trennung zwischen statischen und dynamischen Bereichen

Ein durchdachtes Lagerlayout reduziert Laufwege, erhöht Zugriffsgeschwindigkeit und senkt Fehlerquoten – unabhängig vom Standort.

 

2. Zugriffslogik als Zeitfaktor im Lagerkonzept

Jede Bewegung im Lager kostet Zeit – und Zeit kostet Geld. Ob im Kommissionierlager, im temperaturgeführten Bereich oder im Umschlaglager: Die Frage ist nicht nur, wo die Ware liegt – sondern warum gerade dort.

Ein sinnvolles Lagerkonzept berücksichtigt:

  • Artikelbewegung (A/B/C-Logik)
  • Zugriffshäufigkeit und -richtung
  • Ergonomie und Wegeführung
  • Pickverfahren (z. B. Pick-by-Light, Pick-and-Pack)

Je besser die Zugriffslogik im Lager organisiert ist, desto weniger Störungen im Ablauf – und desto zuverlässiger wird die gesamte Logistikkette.

 

3. Infrastruktur im Lager: Still, aber entscheidend

Viele infrastrukturelle Elemente in der Lagerlogistik sind auf den ersten Blick unscheinbar – aber genau sie machen den Unterschied zwischen „machbar“ und „funktionierend“:

  • Verfügbarkeit und Positionierung von Ladungsträgern
  • Rampenanzahl und Belegungsplanung
  • IT-Integration: Lagerverwaltungssysteme (WMS), Scannerlogik, Temperaturüberwachung
  • Sicherheitszonen und reibungslose Schnittstellen zum Transport

Nicht selten entscheidet ein durchdachter Hallenaufbau mehr über Produktivität als die Lage am Autobahnkreuz.

 

4. Flexibles Lagerkonzept statt statischer Standortvorteil

Ein Standort kann gut sein – heute. Doch Projekte, Wachstum, Sortimentsänderungen oder neue Anforderungen machen Logistik selten statisch.

Ein flexibles, modulares Lagerkonzept ist langfristig oft wertvoller als der perfekte Standort. Denn wenn sich Anforderungen ändern, entscheidet nicht die Adresse – sondern die Struktur vor Ort. Skalierbarkeit entsteht durch Planung, nicht durch Zufall.

 

Struktur schlägt Standort – wenn sie funktioniert.

Ein professionelles Lagerkonzept ist mehr als Grundriss und Regalsystem. Es ist das Fundament funktionierender Logistikprozesse, stabiler Abläufe und wirtschaftlicher Skalierung. Fläche kann man mieten – Struktur muss man planen.

Als Logistikdienstleister erleben wir regelmäßig, wie stark ein gut durchdachtes Konzept die tägliche Arbeit erleichtert – und wie viele Herausforderungen sich bereits lösen lassen, bevor sie im Betrieb spürbar werden.

Wer Lagerlogistik nicht nur als Raum, sondern als System versteht, hat einen klaren Vorteil – unabhängig vom Standort.

 


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